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Thomas Neuhoff

Biografische Skizze

Stilistische Vielfalt, Neugier auf Unbekanntes und die Vermittlung von Musik nicht nur an Kenner, sondern auch an neue, speziell junge Hörerschaften – das sind die Markenzeichen des Chorleiters Thomas Neuhoff. Sein Repertoire reicht von Monteverdis "Marienvesper" bis hin zu Xenakis’ "Nuits", vom Solo-Madrigal der Renaissance bis zum gewaltigen romantischen Klangkosmos eines Gustav Mahler. Die Werke J.S. Bachs und ihre historische Aufführungspraxis bilden für den studierten Kirchenmusiker und Gardiner-Schüler den roten Faden seines musikalischen Lebenswegs. Seit er 2002 zum Künstlerischen Leiter des Bach-Vereins Köln berufen wurde, hat er die großen Vokalschöpfungen des Thomaskantors mit Originalklang-Ensembles immer wieder neu erarbeitet. Die Aufführung von Bachs Motette "Jesu, meine Freude" in der Leipziger Thomaskirche im Oktober 2013 mit dem Bach-Verein bezeichnet er als einen Höhepunkt seines musikalischen Lebens. Im Oktober 2016 war er mit seinem Chor erneut in der Thomaskirche zu Leipzig zu Gast, wo an einem Wochenende gleich drei Auffritte an Bachs ehemaliger Wirkungsstätte auf dem Plan standen, darunter die Aufführung der Bach-Kantate "Schmücke dich, o liebe Seele" BWV 180.

Thomas Neuhoff stammt aus einer Familie, in der die Kirchenmusik von jeher eine große Rolle spielte. Der Enkel des Kirchenmusikdirektors Kurt Freitag, 2005 selbst zum KMD ernannt, hatte bereits als 14-Jähriger eine Organistenstelle inne. Sein pianistisches Können stellt er gerne in der von ihm konzipierten Kammermusikreihe im Beethoven-Haus Bonn unter Beweis, in der Saison 2015/16 als Liedbegleiter beim Geburtstagskonzert für Robert Schumann mit der Sopranistin Mojca Erdmann und dem Tenor Andreas Post.

Für Thomas Neuhoff ist es eine Herzensangelegenheit, Jugendliche mit Musik vertraut zu machen. Seit Jahren führt er Projekte zur musikalischen Nachwuchsförderung durch, oftmals mit zeitgeschichtlichem und gesellschaftspolitischem Hintergrund. Nach den hoch gelobten Aufführungen von Benjamin Brittens "Saint Nicolas" mit u.a. über 100 mitwirkenden Kindern im Dezember 2014 und "Mitsingen bei Saul" im April 2015 führte er 2016 im Zusammenhang mit Bernsteins "Mass" ein weiteres groß angelegtes Schülerprojekt an. Für 2017 steht ein Schülerprojekt zu Edward Elgars "The Kingdom" auf dem Programm.

In der rheinischen Chorszene hat sich Thomas Neuhoff, seit er 1983 den Posten des Chordirektors beim Philharmonischen Chor Bonn übernahm, durch zahlreiche Erstaufführungen profiliert: Neben Uraufführungen wie der "Bonner Messe" von Christophe Looten leitete der Dirigierschüler des jüngst verstorbenen früheren Bonner GMD Volker Wangenheim regionale Erstaufführungen von Chorsinfonik des angelsächsischen Repertoires: Neben Werken von Britten und Tippett dirigierte er die "Messe des Lebens" von Delius und – u.a. mit dem Beethoven Orchester Bonn – einen Zyklus der Oratorien Elgars.

In der Kölner Philharmonie dirigierte Neuhoff u.a. das Apokalypse-Oratorium "Das Buch mit sieben Siegeln" von Franz Schmidt und – am Pult des Gürzenich-Orchesters Köln – "In Terra Pax" von Frank Martin, "A Child of our Time" von Michael Tippett, "Une Cantate de Noël" von Arthur Honegger sowie, als Kölner Erstaufführung, "Belshazzar’s Feast" von William Walton. Die Zusammenarbeit mit dem Gürzenich-Orchester wurde in der Saison 2015/16 mit Leonard Bernsteins "Mass" fortgesetzt, dem Abschlusskonzert des Festivals ACHT BRÜCKEN | Musik für Köln 2016.

Pressestimmen

"... Neuhoff, der als äußerst produktiver Chorleiter nicht nur in der Köln/Bonner Region weithin anerkannt ist, und seine Mitstreiter haben hier Außerordentliches, ja geradezu Denkwürdiges geleistet." (Rondo-Magazin zu "Mass" 2016)

"Es gereicht Neuhoff zur Ehre, das schwer belandene Schiff mit Umsicht und eisernen Nerven auch durch unausweichliche Stromschnellen gesteuert zu haben."
(Kölner Stadt-Anzeiger 2016 zu Bernsteins "Mass")

"Und weil Thomas Neuhoff nicht nur ein exzellenter Chorleiter, sondern auch ein souveräner Kapellmeister ist, gelangen Tempo-Übergänge, heikle Einsätze und Rezitativ-Begleitungen ohne jede Irritation."
(Kölner Stadt-Anzeiger 2015 zu Händels "Saul")

"Wunderbar, wunderbar, wunderbar. Man kann gar nicht oft genug betonen, wie herausragend ein Projekt wie jenes in der Lukaskirche ist, das Thomas Neuhoff mit Schülern, Mitgliedern seiner Chöre und einem Projektorchester auf die Beine gestellt hat." (Bonner General-Anzeiger 2014 zu Brittens "St. Nicolas")
"Neuhoff vermittelte seine Vorstellungen mit sparsamer Gestik, unaufdringlich, gleichwohl glasklar. Die Musik atmete gleichsam, entfaltete sich ganz natürlich. Das führte zu Klangbildern von bemerkenswerter Transparenz und Leichtigkeit"
(Kölnische Rundschau 2014 zu Bachs "h-Moll-Messe)

"Der Chor ... leistete Beachtliches in Klang und Akkuratesse. Dass Thomas Neuhoff ihn recht lässig durch den Abend führen konnte, zeigt, wie gründlich die Einstudierung gewesen sein muss."

"Es entsprach dem persönlichen Impuls des Dirigenten, dass er frische Tempi wählte und den wirklich ausgezeichneten Chor das Bach-Werk schlank, dynamisch differenziert und lebendig singen ließ."
(Kölnische Rundschau 2013 zu Bachs "Weihnachtsoratorium")

"... In 'Zyia' für Sopran, Männerchor, Flöte und Klavier (1952) waltet noch eine Spur von Kantabilität. Christiane Oelze sorgte mit Schmelz in der Stimme und starker Intensität des Ausdrucks gleich für solistischen Glanz, den die Männer mit archaisierender Strenge konterkarierten. Bereits hier wurde Neuhoffs Souveränität am Pult deutlich.
In 'Nuits' ... verblüffte eher die Vielfalt der aberwitzigen Geräusch-Imitationen aus zwölf Kehlen. Auch hier gingen von Neuhoff die wesentlichen Spannungsimpulse aus. Den stärksten Eindruck hinterließ der Chor vielleicht mit Serment-Orkos ... Neuhoff mobilisierte eindrucksvoll alle Reserven des gemischten Chors ..."
(Kölnische Rundschau 2013 zu Bach+Xenakis)


" ... Dirigent Thomas Neuhoff brachte das gewaltige chorische Angebot in bewunderswerter Weise auf den Punkt: Waltons chromatisch gewürzte Reizharmonik blieb noch im Fortissimo präzise durchhörbar, die jazzigen Rhythmen waren scharfkantig geformt, die Texte nicht nur klar artikuliert, sondern ganz auf dramatischen Effekt getrimmt."
(Kölner Stadt-Anzeiger 2012 zu Waltons "Belshzazzar's Feast")

" ... chorisch [war] alles da - leidenschaftlich in der Stimmung, klar in der Struktur, perfekt in der Technik, betörend im Klang. Thomas Neuhoff, der Dirigent, kann für seine Erziehungsarbeit und gestalterische Fantasie nicht genug gelobt werden." (Kölner Stadt-Anzeiger 2011 zu Händels "Israel in Egypt")

"... Als nachgerade mustergültig darf Thomas Neuhoffs Auseinandersetzung mit Johann Sebastian Bachs "Matthäus-Passion" angesehen werden ... Mustergültig, weil es Neuhoff hier überzeugend gelungen ist, das mit Doppelchor und -orchester groß dimensionierte, oratorisch liturgische Werk klangästhetisch auf eine gleichsam imaginäre Bühne zu "projizieren", um die dramatischen, die Affekte betonenden Potenziale eindringlich zur Wirkung zu bringen, wobei der dramaturgische Spannungsbogen über annähernd drei Stunden hinweg nirgends abreißt." (Bonner General-Anzeiger 2010 zu Bachs "Matthäuspassion")

"... Die Martin/Tippett-Interpretationen wirkten wie aus einem Guss, in jedem Moment spürte man Neuhoffs Werkverbundenheit und seine dirigiertechnische Überlegenheit" (Bonner General-Anzeiger 2009 zu Tippetts "A Child of our Time" und Martins "In Terra Pax")

"... Thomas Neuhoff am Pult schaffte zwanglos den großen Bogen über den je nachdem auch kleinteiligen Psalmvertonungen und geistlichen Konzerten, ohne die Details, den packenden Wechsel zwischen dichter Polyphonie und akkordischem Satz, zwischen verschiedenen Stilen und Rhythmen zu unterschlagen." (Kölner Stadt-Anzeiger 2008 zu Monteverdis "Marienvesper")

"... Sternstunde des Kölner Chorgesangs. Thomas Neuhoff dirigierte das 'Buch mit sieben Siegeln'" (Kölner Stadt-Anzeiger 2007 zu Franz Schmidts "Das Buch mit sieben Siegeln")

"... Thomas Neuhoff dirigierte bewundernswert und mit unstillbarem Feuer" (Kölnische Rundschau 2007 zu Franz Schmidts "Das Buch mit sieben Siegeln")

" ... Neuhoffs nüchternes Dirigat setzte nicht auf Weihrauch, sondern auf präzise Rhetorik und Affekte. Anders als etwa bei Gardiner kamen die schnellen Tempi gelöst und virtuos, aber nie unangenehm sportiv." (Kölner Stadt-Anzeiger 2006 zu Bachs "h-Moll-Messe")

"... Ein fülliger und zugleich differenzierter Chorklang, mit sattem Griff auch der Sopran-Spitzentöne, Transparenz in den polyphonen Partien, gute Intonation und Textverständlichkeit - der Chorerzieher Neuhoff fuhr reiche Ernte ein." (Kölner Stadt-Anzeiger 2004 zu Schumanns "Faust-Szenen")