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Bach+Komitas

Sonntag, 18. September 2016, 14.30 Uhr
Altenberger Dom
Evangelische Vesper

Bach+Komitas

Johann Sebastian Bach
Motetten für zwei vierstimmige Chöre und Basso continuo:
"Der Geist hilft unser Schwachheit auf" BWV 226
"Komm, Jesu komm" BWV 229

Komitas Vardapet
Fünf Gesänge aus der Armenischen Liturgie für Solostimmen, Chor und Orgel:
Խորհուրդ Խորին - Chorurd Chorin (O tiefes Mysterium)
Սուրբ, Սուրբ - Surp, Surp (Heilig, heilig)
Միայն Սուրբ - Miain surp (Einer ist heilig)
Տէր, ողորմեա - Der Voghormia (Herr, erbarme dich)
Aissor Don e (Heute ist ein feierlicher Tag)


Vokalensemble und Chor des Bach-Vereins Köln
Miriam Shalinsky, Violone
Christoph Anselm Noll, Orgel
Thomas Neuhoff, Dirigent

Eintritt frei!

Hier steht Ihnen der Handzettel zum Konzert [1.434 KB] als pdf-Datei zum Download zur Verfügung

"Der Bach-Verein hat seine Zuhörer schon manches Mal überrascht mit Programmen weitab vom Standard-Repertoire. Mit Komitas wurde ein Komponist vorgestellt, der bislang bei uns völlig unbekannt war. Die Klänge waren nur scheinbar vertraut ... die Harmonien und Melodien in ihrem Reichtum waren neu und völlig anders als das Gewohnte." (Publikumsstimme nach dem Kölner Konzert)

Der armenische Komponist, Sänger und Musikethnologe Komitas Vardapet, 1869 unter dem Namen Soghomon Soghomonjan in der heutigen Türkei geboren, beschäftigte sich nicht nur mit der liturgischen Tradition der armenisch-apostolischen Kirche, die er erstmals in moderne Notenschrift übertrug, sondern schrieb zudem rund 3000 bis dato nur mündlich überlieferte Lieder und Weisen seines Volkes auf. Einen Teil davon setzte der "Armenische Bartók" als Kunstlieder und Chorwerke und bewies dabei, wie vertraut er mit der abendländischen Musiktradition war. Heute gilt Komitas als Begründer der klassischen armenischen Musik der Moderne.
Der Völkermord an den Armeniern, der sich 2015 zum 100. Mal jährte, markierte eine dramatische Wende im Leben Komitas’: Zwar überlebte er die türkischen Todeslager dank einer Intervention westlicher Fürsprecher, jedoch litt er fortan an einer posttraumatischen Belastungsstörung, die ihn musikalisch für immer verstummen ließ. Fast 20 Jahre, bis zu seinem Tod im Oktober 1935, verbrachte er als geistig gebrochener Mann in psychiatrischen Einrichtungen.
Nach der überwältigenden Resonanz, die der Bach-Verein Köln mit seinem dreiteiligen Konzert­zyklus zum Gedenken an den 80. Todestag des Komponisten im Oktober 2015 in Bonn, Köln und Berlin erfahren hat, greift das Ensemble nun einen Teil dieses außergewöhnlichen Programms noch einmal auf. Im Rahmen der traditionellen evangelischen Vespern im Altenberger Dom präsentiert der Bach-Verein Köln am frühen Sonntagnachmittag fünf Gesänge aus der Armenischen Liturgie, die Komitas während seiner Ausbildung zum Geistlichen im Kloster Etchmiadzin aufgezeichnet hat.
Diesen armenischsprachigen Werken des »Vaters der Armenischen Musik« werden mit "Der Geist hilft unser Schwachheit auf" und "Komm, Jesu, komm" zwei Motetten von Johann Sebastian Bach gegenübergestellt. Sie schaffen einen Bezug zu zwei prägenden Lebensstationen von Komitas: die Aufnahme des hochmusikalischen elfjährigen Vollwaisen ins Kloster Etchmiadzin und seine Ausbildung zum Geistlichen sowie sein trauriges Ende als Psychiatriepatient in Paris.