Impressum Kontakt Startseite
Der Chor Konzerte Schülerprojekte BVK intern Aktuelles Freunde & Förderer Service

Schülerprojekt 2014

Im Vorfeld der Aufführung der h-Moll-Messe von Johann Sebastian Bach am 25. Mai 2014 in der Kölner Philharmonie veranstalteten Thomas Neuhoff und der Bach-Verein Köln ein begleitendes Schülerprojekt, welches sich in erster Linie an Musik-(Leistungs-)kurse und/oder Schulchöre richtete. Neben kostenlosen Karten für Musik-Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler boten Thomas Neuhoff zusammen mit Vokal- und Instrumentalsolisten zusätzlich eine Werkeinführung im Rahmen des Musikunterrichts/der Chorprobe an: Live-Musik, Analyse und Werkgeschichte!

Mit dieser vom Netzwerk Kölner Chöre und der RheinEnergieStiftung Kultur unterstützten Aktion machte Thomas Neuhoff und sein Team u.a. auf das neue Schüler-Abo "6x6= 36" des Netzwerks Kölner Chöre aufmerksam, das Schülern und Studenten bis 25 Jahren in der Saison 2014/15 ermöglicht, das sechs Konzerte umfassende Abo der "Kölner Chorkonzerte" zum einmaligen Sonderpreis von insgesamt nur 36 Euro zu besuchen.

Beteiligte Schulen

Irmgardis-Gymnasium Köln Bayenthal
Musikalisch orientierte Einführung im Musik-Grundkurs der Jahrgangsstufe 11: Neben Hintergrundinformationen rund um die Entstehungsgeschichte und einer Werkanalyse brachten Thomas Neuhoff sowie fünf Vokalsolistinnen und -solisten im Rahmen des Musikunterrichts Ausschnitte aus der h-Moll-Messe live zu Gehör. Die renommierte Oboistin Ina Stock stellte darüber hinaus ihr Instrument vor und erklärte den Unterschied zwischen einer modernen und einer Barockoboe. Die Jugendlichen schrieben anschließend ihre (z.T. im Programmheft zur h-Moll-Messe veröffentlichten) Eindrücke von dieser außergewöhnlichen Unterrichtsstunde nieder.

Bertha-von-Suttner-Gymnasium Andernach
Theologisch orientierte Einführung im Religionsunterricht durch Religionslehrer Christian Große Rüschkamp, Tenor im Bach-Verein Köln: Die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 12 äußerten ihre ganz persönlichen Gedanken zum Thema "Credo in unum Deum - Was glauben wir eigentlich (noch)". Diese Antworten wurden auszugsweise im Programmheft zum Konzert der h-Moll-Messe veröffentlicht.

Humboldt-Gymnasium Köln
Musikalisch orientierte Einführung im Musik-Leistungskurs der Jahrgangsstufe 12: Neben einem Solisten-Quintett des Bach-Vereins konnte Thomas Neuhoff auch die Konzertmeisterin der Düsseldorfer Hofmusik, Mary Utiger, die Oboistin Ina Stock sowie den Hornisten Christian Binde gewinnen, die die Funktions- und Spielweise ihrer historischen Instrumente (auch im Vergleich zum modernen Instrumentarium) ausführlich erklärten und anschließend in ausgewählten Arien aus der h-Moll-Messe live zum Klingen brachten.

Rhein-Gymnasium Sinzig
Die Jahrgangsstufe 12 erhielt im Rahmen des Musikunterrichts eine besondere Werkeinführung durch ihren Musiklehrer Stefan Lihs, Bassist im Bach-Verein Köln.

Collegium Musicum der Universität zu Köln
Zu einer Werkeinführung in die h-Moll-Messe mit Live-Klangbeispielen luden Thomas Neuhoff und ein Solisten-Quintett des Bach-Vereins Köln auch Studentinnen und Studenten des Collegium Musicums der Universität zu Köln ein und gaben einen umfassenden Einblick in die Entstehungsgeschichte dieses Meisterwerks der Chormusik.

Modern und überhaupt nicht verstaubt

Der 16-jährige Leh-Qiao Liao über das Schülerprojekt des Bach-Vereins Köln zur h-Moll-Messe

Am 26. März besuchte der Bach-Verein Köln die Musikkurse der Jahrgangsstufe 11 des Erzbischöfichen Irmgardis-Gymnasiums Köln. Das geschah im Rahmen eines Schülerprojektes im Vorfeld zur Aufführung der h-Moll-Messe von J.S. Bach. Dieses Projekt hat das Ziel, Schüler auf dieses Werk neugierig zu machen, welche sie durch bereitgestellte Karten in der Philharmonie kostenlos erleben können. Denn oftmals werden Schüler nicht aufgrund mangelnden Interesses, sondern aufgrund der aus Schülersicht teuren Karten vom Konzertbesuch abgeschreckt. Um den Schülern nun ein besseres Verständnis dieses Stückes zu geben, wurden nach einer kurzen Werkeinführung Ausschnitte aus der h-Moll-Messe von einem Solisten-Quintett des Bach-Vereins Köln, der Oboistin Ina Stock und dem Dirigenten Thomas Neuhoff musiziert und erklärt. Dabei wurden sowohl die verschiedenen Stile als auch die A ekte deutlich, die die Musik an unterschiedlichen Stellen der Messe übermitteln soll. Das besondere Erlebnis dieses Projektes lag aber in der Live-Aufführung der Musik, denn schließlich können die musikalischen Elemente auch anhand einer CD-Aufnahme erläutert werden. Jedoch ist Live-Musik in keinster Weise mit eine CD-Aufnahme zu vergleichen, da die Musik bei einer Live-Aufführung immer wieder neu entsteht. Das Musikerlebnis ist für den Zuhörer somit intensiver, weil man einen unmittelbaren Kontakt zu den Musikern hat und weil man hört und sieht, wie die Noten zum Leben erweckt werden und der Raum sich mit Klang füllt. Somit sind Live-Au ührungen einmalige und unwiederbringliche musikalische Momente, was eine schöne Abwechslung zum traditionellen Musikunterricht darstellt. Nach dem musikalisch orientierten Teil hatten die Schüler nun Gelegenheit, Fragen an die Musiker zu stellen. So ging es um Fragen zur historischen Aufführungspraxis, wie z.B. über das Musizieren in der barocken Stimmung und über das Spielen auf Barockinstrumenten. Interessant war hierbei der direkte Vergleich zwischen der Barockoboe und der modernen Oboe, da sich hier die Klangunterschiede deutlich darstellten. Für manche Schüler mag es überraschend gewesen sein, dass Bach an vielen Stellen sehr modern klingt, was mit dem Vorurteil einer verstaubten, alten Musik nicht übereinstimmt. Für mich persönlich ist Bachs Musik zeitlos, da sie sowohl anspruchsvoll für den Kopf ist (man denke alleine an die Chorfugen) als auch schön klingt.

Leh-Qiao Liao, 1997 in Göttingen geboren, besucht derzeit die Jahrgangsstufe 11 des Irmgardis-Gymnasiums Köln. Er spielt seit neun Jahren Geige und seit sieben Jahren Klavier. Bei Thomas Neuhoff nimmt er Gesangs- und Dirigierunterricht. Der 16-Jährige wird als Gast des Bach-Vereins Köln bei Schönbergs Gurre-Liedern Anfang Juni mitsingen und im Dezember bei der Kantate "Saint Nicolas" von Benjamin Britten nicht nur Klavier spielen, sondern auch beim Einstudieren des Publikumschores direkt vor Konzertbeginn assistieren und bei dieser Gelegenheit auch als Dirigent zu erleben sein.

Credo in unum Deum ...

Was glauben wir eigentlich (noch)?

Antworten eines Religionskurses der Jahrgangsstufe 12 am Bertha-von-Suttner-Gymnasium Andernach

"Einen Glauben mit der christlichen Religion und der Kirche kann ich mir nicht vorstellen. Ich glaube dennoch, wenn ich an Dinge denke, die mir Hoffnung geben, Hoffnung in Bezug auf die Gegenwart, das Hier und Jetzt, das Zusammenleben der Menschen. Menschen sollen nicht in Konflikten zusammenleben, auch wenn diese manchmal nicht zu verhindern sind. Man sollte nach christlichen Wertmaßstäben, wie sie in unserer Kultur, dem Staat und anderem verankert sind, leben, nur – dazu muss man kein Christ sein. Ich glaube an gute Maßstäbe nach christlichem Vorbild, die unser Leben besser und friedlicher machen, die aber auch real dem Weltgeschehen und der Geschichte angepasst sind und nicht zu utopische Vorstellungen vermitteln. Aber dazu braucht es keinen übernatürlichen Gott oder Ähnliches. Es braucht nur den Menschen!"

"Ich glaube weder an das Leben nach dem Tod noch, dass Gott überhaupt existiert. Für mich hat alles eine wissenschaftliche Erklärung und das, was wir heute nicht erklären können, finden wir irgendwann später heraus. Das Einzige, was ich am Christentum gut finde, ist die Idee der Nächstenliebe. Diese praktiziere ich so gut ich kann, aber ohne den religiösen Teil zu beachten, weil ich finde, dass gegenseitige Hilfe selbstverständlich sein sollte."

"Als Erstes, wenn ich das Wort 'Glauben' höre, denke ich an Gott, den Vater, den Allmächtigen … Dennoch ist für mich Gott nichts anderes als eine innere Stimme, die mir in schweren Situationen hilft, meine Gedanken und mein Handeln zu strukturieren."

"… Ich glaube, dass der 1. FC Köln noch einmal Deutscher Meister wird!"

"Gott ist für mich ein unendlich großes Wesen aus reiner Liebe und Barmherzigkeit. Er ist mein Vater, meine Zuflucht, mein Trost und Heil. So auch Jesus, denn Jesus IST Gott. Und dennoch bedeutet Jesus für mich etwas anderes, Näheres, Tieferes, denn er war ein Mensch wie ich. Er ist für mich Bruder und Freund und der Sinn meines Lebens."

"Ich finde, dass der Mensch nicht von Gott erschaffen wurde, sondern ein Individuum ist, welches sich aus der Tierwelt heraus entwickelt hat. Für mich war Jesus ein normaler Mensch, und die Taten, die er vollbracht haben soll, sehe ich als Mythen an, an die ich persönlich nicht glaube."

"'Sei du selbst!', das ist nicht einfach, aber der Versuch, seinen Träumen, Wünschen und Vorstellungen nachzugehen und am Ende glücklich zu sein, ist doch das Wichtigste! Eben dieser Schritt macht das Leben erst lebenswert – jeden Tag zu leben, als wäre es dein letzter!"

"Ich glaube an den Menschen, vor allem an das Gute im Menschen. Menschlich sein heißt für mich, auch mal falsch zu handeln, aber dann daraus zu lernen und zu verstehen. Man soll einzigartig sein und sich nicht verstellen. Dennoch soll man sich anpassen im Sinne von Respekt und Toleranz anderen gegenüber. Deshalb glaube ich auch an Jesus, zwar nicht im Sinne der Bibel, aber als eine Art Vorbild für die Menschen."


Das Projekt wurde von der RheinEnergieStiftung Kultur gefördert.