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Schülerprojekt 2015

"Mitsingen bei Saul"

Beim Schülerprojekt "Mitsingen bei Saul" bot der Bach-Verein Köln Jugendlichen im Alter von 12 bis 16 Jahren die Möglichkeit, sich in der Aufführung des Bach-Vereins Köln in der Kölner Philharmonie am 19. April 2015 um 18 Uhr – beim Staatsakt zur Feier des Sieges über die Philister – unter den Erwachsenenchor zu mischen, um den jugendlichen Helden David zu feiern. Den Rest der Aufführung konnten die an diesem Projekt Beteiligten von hervorragenden Plätzen aus kostenlos erleben.

  • Triumphgesang für den siegreichen David "Welcome, mighty King/ David his tenthousands slew"
  • Individuelle Proben mit dem Künstlerischen Leiter des Bach-Vereins, Thomas Neuhoff, für Schulchöre mitwirkender Schulen
  • Musikalisch-theologische Werkeinführung am Mittwoch, den 15. April 2015 um 19.30 Uhr in der Trinitiatiskirche, Köln
  • Besuch der Orchesterprobe am Samstag, den 18. April 2015 (Kölner Philharmonie)
  • Besuch der Anspielprobe am Tag des Konzerts, 19. April 2015 in der Kölner Philharmonie
  • Konzert am 19. April 2015 um 18 Uhr in der Kölner Philharmonie

Beteiligte Jugendchöre

  • Jugendchor der Lukaskirche Bonn
  • Projektchor der Elisabeth-Selbert-Gesamtschule Bonn
  • Schulchor der Ursulinenschule Hersel

Jugendchor der Lukaskirche Bonn

Der von Thomas Neuhoff geleitete Jugendchor der Lukaskirche Bonn wirkt regelmäßig bei den Schülerprojekten des Bach-Vereins Köln und des Philharmonischen Chors Bonn mit, so auch zuletzt bei den Aufführungen von Benjamin Brittens Kantate "St. Nicolas". Auch in der Kölner Philharmonie traten die überwiegend weiblichen Mitglieder des Chores bereits wiederholt auf.

Auswahlchor der Elisabeth-von-Selbert-Gesamtschule

Die bei "Saul" mitsingenden Schülerinnen gehören dem so genannten "ESG-Auswahlchor" an. Sie kommen aus den Jahrgangsstufen 5-8. Die Proben fanden unter der Leitung von Thomas Neuhoff gemeinsam mit dem Jugendchor der Ev. Lukaskirchengemeinde statt.

Kammerchor der Ursulinenschule Hersel

Der Kammerchor der "S(w)ing and Praise" Chöre der Ursulinenschule Hersel ist ein kleines ausgesuchtes Ensemble. Von den ca. 160 Mitgliedern der drei Schulchöre werden die Mädchen von der Chorleiterin ausgesucht. Die ca. 10 - 15 Sängerinnen aus den Klassen 7 bis 12 singen 2-4-stimmige Literatur vom Barock bis zu mehrstimmigen Bearbeitungen aktueller Hits. Die Mitwirkung bei der Aufführung des "Saul" ist der erste Auftritt des Chores in der Philharmonie.

Werkeinführungen an Schulen

Beethovengymnasium Bonn
Schulbesuch und musikalische Werkeinführung in das Oratorium "Saul" mit Thomas Neuhoff und Choristen/Instrumentalisten des Bach-Vereins Köln:
13. März 2015, 8 Uhr

Collage zu "Saul"

Schülerinnen und Schüler des Beethovengymnasiums Bonn erstellten eine Collage über Personenkonstellationen und Charakterisierungen insbesondere von Saul und David.

Rap "Leben und Tod des Saul von Israel"

Zudem kreierten Schülerinnen und Schüler des Beethovengymnasiums Bonn einen auf der Bibelgeschichte basierenden Rap zur Geschichte des "Saul".
Diese Textversion des Rap steht Ihnen hier als pdf-Datei zum Download [33 KB] zur Verfügung. Den YouTube-Link zum Rap "Leben und Tod des Saul von Israel" finden Sie hier.

Bertha-von-Suttner-Gymnasium Andernach
Schulbesuch und musikalische Werkeinführung in das Oratorium "Saul" mit Thomas Neuhoff und Choristen/Instrumentalisten des Bach-Vereins Köln:
18. März 2015, 10.35 Uhr

Zwei katholische Religionskurse der Jahrgangsstufe 10 (EF) befassten sich unter Anleitung der beiden Religionspädagoginnen Julia Özdemir und Ursula Hermens-Meyberg schwerpunktmäßig mit König Saul, seiner Berufung zum König, seinen Schwierigkeiten und seiner Verwerfung von Gott beschäftigt. Was bedeutet es, wenn Gott einen Menschen verwirft? Kann der Mensch noch etwas tun? Was ist mit unserem Glauben an einen liebenden, verzeihenden, ja gar gnädigen Gott?

Einige Schülerinnen und Schüler fertigten auch Zeichnungen zum Thema an:

Friedrich-Wilhelm-Gymnasium Köln
Schulbesuch und musikalische Werkeinführung in das Oratorium "Saul" mit Thomas Neuhoff und Choristen/Instrumentalisten des Bach-Vereins Köln:
20. März 2015, 14.30 Uhr

Christoph Behrens-Watin, Musiklehrer des Friedrich-Wilhelm-Gymnasiums, und Larissa Stelzer (Referendarin) beschäfigten sich mit ihren beiden Musikkursen (ca. 40 Schülerinnen und Schüler) aus der EF (erstes Oberstufenjahr) ausführlich mit dem Oratorium "Saul". Schwerpunkt ihrer Arbeit war zum einen die Einführung in das Werk über die Hauptcharaktere Saul, David, Merab, Michal und Jonathan. Zum anderen stand die Frage im Mittelpunkt, welche "Geschichte" sich aus der (durch die Musik Händels suggerierte) Rollendisposition ergeben könnte. Ferner wurde erarbeitet, inwiefern diese "alte" Geschichte Bezüge zu unserer Zeit und zur Lebenswelt der SchülerInnen haben könnte (Ringen um Macht, Infragestellen bislang fester Personenkonstellationen, z.B. Freundeskreise). Auf der rein musikalischen Ebene legten sie den Fokus auf die Bedeutungsaufladung von Musik (Semantisierung) etwa durch die barocke Nachahmungsästhetik bzw. die Affektenlehre.

Oboistin Ina Stock stellt ihr Instrument vor

Im Rahmen des Unterrichtsbesuchs von Choristen und Instrumentalisten des Bach-Vereins Köln erläuterte Oboistin Ina Stock den Unterschied zwischen Barockoboe und klassischer Oboe

Elisabeth-Selbert-Gesamtschule Bonn
Schulbesuch und musikalische Werkeinführung in das Oratorium "Saul" mit Thomas Neuhoff und Choristen/Instrumentalisten des Bach-Vereins Köln:
24. März 2015, 10.45 Uhr

Andreas Tiggemann, Fachlehrer Musik, erarbeitete mit einer Auswahl an Schülerinnen und Schülern aus seinem Grundkurs Musik der Jahrgangsstufe 11 (EF) Beiträge zum Thema Saul: Ein Teil dieser Gruppe recherchierte zu Leben und Werk Händels und insbesondere zu "Saul". Sie verfassten dazu einen Kurzreferat, das im Rahmen der Werkeinführung von zwei Schülerinnen vorgetragen wurde. Vanessa Langen (Querflöte) und Anna Joebsch (Bratsche) spielten zusammen mit Thomas Neuhoff (Klavier) den berühmten Trauermarsch aus Händels "Saul".

Impressionen aus der voll besetzten Aula der ESG

Der Grundkurs Katholische Religion der 11. Jahrgangsstufe beschäftigte sich mit Fachlehrer Tim Wagemester schwerpunktmäßig mit der "Gottverlassenheit" Sauls. Die Schülerinnen und Schüler analysierten hierzu unterschiedliche zentrale Passagen aus der biblischen Geschichte und setzten sich kritisch mit ihnen auseinander. Am Ende wurde im Kurs die Frage diskutiert, ob Saul zu Recht von Gott verlassen wurde oder er eigentlich ein tragischer Held ist. Die Ergebnisse dieser Diskussion stellten fünf Schülerinnen und Schüler bei der Werkeinführung in der Elisabeth-Selbert-Gesamtschule im Form eines kurzen Rollenspiels vor, in dem vier Menschen aus dem Volk Israel abschließend nach dem Tod Sauls auf ihn zurückblicken.

Im Rahmen einer zehnstündigen Unterrichtsreihe haben sich 25 Schülerinnen und Schüler des Grundkurses Evangelische Religion der EF an der Elisabeth-Selbert-Gesamtschule zwischen Weihnachten und Ostern mit theologischen Hintergründen, Deutungen und Perspektiven des Händel-Oratoriums "Saul" beschäftigt. Erarbeitet wurde dabei zunächst der dem Libretto zugrundeliegende biblische Stoff in den Büchern Samuel (ausführliche gemeinsame Lektüre sowie literarische und historische Sachklärung). Theologisch wurde dabei insbesondere die Bedeutung der atl. Vorstellung der Königsherrschaft Jahwes in Abgrenzung von "heidnischen" Herrschaftsmodellen der Nachbarvölker und deren latenter Adaption auch durch das Königtum in Juda und Israel.
Weiter setzten sich die Schülerinnen und Schüler ausgehend von dem schon biblisch angelegten "Gewalt-Thema" sowie aktueller Welterfahrung kritisch mit Zusammenhängen von Religion und Gewalt auseinander.

Ergebnisse dieser übergreifenden Auseinandersetzung und Aktualisierung des Händel-Werkes wurden von Schülerinnen und Schülern des Kurses im Rahmen der Werkeinführung des Stückes an ihrer Schule präsentiert.
Besonderer Höhepunkt und Abschluss des Unterrichtsprojektes war schließlich der gemeinsame Besuch der Aufführung des Werkes in der Kölner Philharmonie, der für viele Schülerinnen und Schüler eine erstmalige (zugleich anstrengende und beeindruckende) Erfahrung eines solchen Kultur-Ereignisses bedeutete.