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Begleitprogramm 200 Jahre Walt Whitman

Flyer zum Begleitprogramm "200 Jahre Walt Whitman"

Der Flyer zum Begleitprogramm "200 Jahre Walt Whitman" ist im Druck erschienen. Hier steht er Ihnen vorab als pdf-Datei zum Download [2.117 KB] zur Verfügung. Auf Wunsch schicken wir Ihnen den Prospekt nach Drucklegung auch gerne per Post zu. Hinterlassen Sie hierzu Ihre Postanschrift bei info@bach-verein.de.

»Whitmans Leben bleibt in vielem ein Rätsel, sein Werk ist nicht zu Ende gelesen. Gerade jetzt wirkt es besonders aktuell und erinnert an die demokratischen Wurzeln der Nation, ohne die es nicht entstanden wäre. Whitman zu lesen, bedeutet, seine nach wie vor utopische Vision
einer geschwisterlich zusammenlebenden Menschheit zu teilen.«
(Jürgen Brôcan 2019)

Walt Whitman (1819–1892) gilt als der Begründer der modernen US-amerikanischen Lyrik. Nicht nur in seiner Gedicht­sammlung »Leaves of Grass«, die er im Laufe seines Lebens nach und nach erweiterte und sie vom schmalen, noch anonym veröffentlichten Band bis zu seinem Lebensende auf mehrere hundert Seiten anwachsen ließ, auch in seinen politi­schen Essays feiert Whitman den Menschen, die Natur, große und kleine Dinge; und er beschwört ein Amerika der Demokratie und Menschenwürde, wendet sich gegen Korruption und Geldgier, kämpft für die Abschaffung der Sklaverei, für die Gleich­berechtigung der Geschlechter und Bildung für alle.

Zum 200. Geburtstag des Autors, der in seinem Plädoyer für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit bis heute nicht nur seiner eigenen Nation vieles zu sagen hat und erstaunlich aktuell geblieben ist, veranstaltet der Bach-Verein Köln in der Saison 2019 / 20 einen umfangreichen Themenschwerpunkt mit Lesungen, Diskussionen, einem Schülerprojekt und Konzerten, u. a. in Kooperation mit der Universität zu Köln, der Melanchthon-Akademie, der Karl Rahner Akademie und dem Amerika Haus NRW. Höhepunkt und Abschluss des Projekts bildet das Konzert »I Hear America Singing« am 28. April 2020 in der Kölner Philharmonie, das große Whitman-Vertonungen von Paul Hindemith, Kurt Weill und Howard Hanson vereint.

»Leaves of Grass - Grasblätter«

Samstag, 16. November 2019, 20 Uhr
Lukaskirche Bonn
In Kooperation mit der Ev. Lukaskirchengemeinde Bonn

»Leaves of Grass – Grasblätter«
Ein Porträt des amerikanischen Nationaldichters Walt Whitman zum 200. Geburtstag
Lyrik-Lesungen und Vertonungen von Franz Schreker, Paul Hindemith, Kurt Weill und John Leavitt


John Leavitt (*1956): »The Open Road« für gemischten Chor, Erzähler und Klavier
Franz Schreker (1878-1934): »Wurzeln und Halme sind dies nur« für Singstimme und Klavier

Lesung mit Musik
Rezitation des Whitman-Poems kombiniert mit Vertonungen von Paul Hindemith

Paul Hindemith (1895-1963): Trauermusik für Viola und Klavier
Paul Hindemith (1895-1963): Vertonungen aus dem »Flieder-Requiem«

Kurt Weill (1900-1950): »Four Walt Whitman Songs« für Singstimme und Klavier

Vokalsolist/innen des Bach-Vereins Köln:
Sabine Müller und Annett Reischert-Bruckmann, Sopran
Sophia Herber, Mezzosopran
Mark Lenkewitz, Bariton
Christoph Aißlinger, Viola
Eilsabeth Lilge, Flöte
Auerberger Kantorei
Susanne und Ludwig Egener, Rezitation
Thomas Neuhoff, Klavier und Moderation

Eintritt frei!

Das Whitman-Porträt »Leaves of Grass - Grasblätter« bildet den Auftakt eines umfangreichen Begleitprogramms mit Lesungen, einem Schülerprojekt, Konzerten und Einführungsveranstaltungen, das der Bach-Verein Köln in Kooperation mit der Universität Köln, der Melanchthon-Akademie, der Karl Rahner Akademie, dem Amerika Haus NRW sowie der Ev. Lukaskirchengemeinde Bonn durchführt.
Walt Whitmans Lebenswerk »Leaves of Grass - Grasblätter« ist ein Gesang des Glaubens an die Menschheit und die Demokratie, deutlich geprägt aber auch durch bedrückende persönliche Erfahrungen im Bürgerkrieg. Die Dichtungen des Begründers der modernen amerikanischen Lyrik haben viele Komponisten zu Vertonungen inspiriert. Neben Lesungen erklingt in diesem Porträt über den bedeutenden amerikanischen Nationaldichter Musik von Franz Schreker, Paul Hindemith, Kurt Weill und John Leavitt.

»For those we love - Denen, die wir lieben«

Sonntag, 26. Januar 2020, 11 Uhr
Trinitatiskirche Köln
In Kooperation mit der Melanchthon-Akademie und der Karl Rahner Akademie Köln
Anlässlich des Tags des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus

»For Those We Love – Denen, die wir lieben«
Paul Hindemiths musikalische Reaktion auf Krieg und Holocaust in seiner Whitman-Vertonung »When Lilacs Last in the Dooryard Bloom’d« (»Flieder-Requiem«)

Jennifer Panara, Mezzosopran
Mark Lenkewitz, Bariton
Elisabeth Lilge, Flöte
Christoph Aißlinger, Viola

Dr. Martin Bock, Theologe
Scott Meyers, Jiddische und amerikanische Rezitation
Chor des Bach-Vereins Köln
Thomas Neuhoff, Klavier und Leitung

Eintritt frei!

»A Requiem. For Those We Love« – so betitelte Paul Hindemith sein 1946 entstandenes Werk, das nach seiner ersten Textzeile »When lilacs in the door-yard bloom’d« (dt. »Als Flieder jüngst mir im Garten blüht«) auch als »Flieder-Requiem« bezeichnet wird. Für sein vom New Yorker Collegiate Chorale anlässlich des Todes von US-Präsident Franklin D. Roosevelt in Auftrag gegebenes Requiem griff der frisch gebackene amerikanische Staatsbürger auf das gleichnamige Poem des US-amerikanischen Nationaldichters Walt Whitman zurück.

Im Zentrum des Werks steht die jüdische Melodie »Gaza«, die der Komponist in den 1940er Jahren in seinem amerikanischen Exil entdeckte. Aus dieser Melodie leitet Hindemith fast alle tragenden Themen seines Requiems ab und webt sie einfühlsam und kunstvoll in seine eigene Musiksprache ein. Dabei wirkt die Verwendung der jüdischen Hymne zu keiner Zeit wie ein offensichtliches Zitat, sondern vielmehr wie ein subtiles, trauerndes, doch in keiner Note aufbegehrendes Erinnern an die Opfer des Nationalsozialismus, an die Gefallenen, Verwundeten und Hinterbliebenen sowie das unermessliche Leid des jüdischen Volkes.

Die Veranstaltung spürt am Vortag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus musikalisch wie theologisch Hindemiths musikalischer Reaktion auf Krieg und Holocaust nach.

»Passing the Visions«

Mittwoch, 22. April 2020, 19 Uhr
Aula 2 der Universität zu Köln
Universitätskonzerte des Collegium musicum

»Passing the Visions – Visionen von Präsidenten und Künstlern«
Walt Whitmans »Lilacs«-Elegie auf Abraham Lincoln und Paul Hindemiths Vertonung: F. D. Roosevelts »One World«-Politik gegen »America First«
Einführungsveranstaltung zum Konzert »I Hear America Singing« in Kooperation mit dem Englischen Seminar der Universität zu Köln und dem Amerika Haus NRW

Prof. Dr. Walter Grünzweig, American Literature und Culture, TU Dortmund
Scott Meyers, Jiddische Rezitation

Sophia Herber, Mezzosopran
Simon Bailey, Bariton
Chor des Bach-Vereins Köln
Thomas Neuhoff, Klavier und Leitung

Eintritt frei!

Fast auf den Tag genau 75 Jahre nach dem Tod des bedeutenden amerikanischen Präsidenten F. D. Roosevelt präsentiert der Bach-Verein Köln in Kooperation mit der Universität Köln und dem Amerika Haus NRW eine Veranstaltung, die als Kontrast zur aktuellen »America First«- Politik verstanden werden darf. Roosevelts »One World«-Theorie und die – bei allem Patriotismus – weltoffene und zutiefst humane Weltanschauung Whitmans stehen im Mittelpunkt eines Abends, an dem Poesie des »Barden der Demokratie« in vielen Sprachen rezitiert wird, um die Internationalität der Studentenschaft zu dokumentieren.
Paul Hindemiths Musik auf Whitman-Verse fungiert dabei als »Atlantische Brücke«: Der aus Nazi-Deutschland emigrierte und in seiner Heimat als »entartet« diffamierte Komponist fühlte sich besonders von der 1865 verfassten Elegie auf den Tod Abraham Lincolns angezogen. 
Äußerer Anlass für die Vertonung von »When Lilacs Last in the Dooryard Bloom’d« war der Tod Roosevelts am 12. April 1945, kurz vor Kriegsende. Die Vision dieses einzigen amerikanischen Präsidenten, der mehr als zwei Wahlperioden amtierte, war neben der Einführung der Sozialversicherung und dem regulierenden Eingreifen in die Wirtschaft (»New Deal«) eine Ausrichtung der amerikanischen Außenpolitik vom Isolationismus zum Internationalismus, vom Nationalismus zum Gedanken globaler Abhängigkeit aller (»Good Neighbour Policy«).
Als Referent konnte der Whitman-Experte Prof. Dr. Walter Grünzweig von der TU Dortmund gewonnen werden, der dort am 31. Mai 2019 eine internationale Tagung zum 200. Geburtstag des amerikanischen Nationaldichters geleitet hat.