Brahms trifft Bruckner
Motetten von Brahms und Bruckner
ANTON BRUCKNER (1824-1896)
Aequale I für 3 Posaunen WAB 114
„Ave Maria”, Motette für 7-stimmigen Chor a cappella WAB6
„Afferentur regi”, Offertorium WAB1 für 4-stimmigen Chor und 3 Posaunen
„Locus iste”, Graduale WAB23 für 4-stimmigen Chor a cappella
„Pange lingua” für 4-stimmigen Chor a cappella
JOHANNES BRAHMS (1833-1897)
Begräbnisgesang op. 13
ANTON BRUCKNER
Aequale II für 3 Posaunen WAB 149
„Os justi”, Graduale für 8-stimmigen Chor a cappella WAB 30,2
„Christus factus est”, Graduale für 4-stimmigen Chor a cappella WAB 11
„Virga Jesse” für 4-stimmigen Chor a cappella WAB52
„Vexilla regis”, Hymnus für 4-stimmigen Chor a cappella WAB 51
JOHANNES BRAHMS
Motetten op. 110 für 4- bis 8-stimmigen Chor a cappella
Geistliches Lied op. 30 für Chor und Bläserensemble (Arr. Christoph Siebert)
Chor des Bach-Vereins Köln
Instrumentalensemble N.N.
Christoph Siebert Leitung
Beide lebten zur gleichen Zeit in derselben Stadt, prägten in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts maßgeblich das Wiener Musikleben, besuchten regelmäßig das gleiche Stammlokal und hegten dem Vernehmen nach sogar eine gemeinsame lukullische Vorliebe für „Knödel mit Geselchtem“. Perfekte Voraussetzungen für ein kollegiales, wenn nicht gar freundschaftliches Miteinander unter Gleichgesinnten – möchte man meinen. Doch weit gefehlt! Anton Bruckner und Johannes Brahms waren erbitterte Kontrahenten, deren musikästhetische Auffassungen kaum unterschiedlicher hätten sein können. Erzkatholik Bruckner war Anhänger der „Neudeutschen Schule“, Erzprotestant Brahms gehörte den „Konservativen“ bzw. „Traditionalisten“ an. Beide ließen keine Gelegenheit aus, ihre Rivalität auch öffentlich auszutragen. Während Brahms nicht müde wurde, Bruckner persönlich zu demütigen und dessen Werke als „großen Schwindel“ zu diffamieren, äußerte sich Bruckner gegenüber Brahms auf eine oft subtilere, scheinbar höfliche, aber im Kern ebenso tief verletzende Weise.
Freuen Sie sich also auf ein spannendes musikalisches Duell dieser beiden Antipoden, die – jeder auf seine ganz eigene Art – unbestrittene Meisterwerke auch auf dem Gebiet der Chormusik geschaffen haben.
Grafik: Lisa Sykhmys via unsplash.com

