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Jugendprojekt 2021: »Zukunftswerkstatt«

Zukunftswerkstatt Jugendprojekte

Der Bach-Verein Köln hat eine Förderung des Bundesmusikverbandes Chor & Orchester im Rahmen des Programms NEUSTART AMATEURMUSIK (im Modul »Zukunftswerkstatt«) erhalten!

Für die bewilligte Förderung hatte der Vorstand des Bach-Vereins Köln zusammen mit dem bundesweit geschätzten Experten für analoge und digitale Chor- & Education-Projekte Maximilian Stössel das Konzept einer »Zukunftswerkstatt« entwickelt. Ziel dieser Werkstatt war es, die Jugendarbeit des Bach-Vereins Köln – eine seit vielen Jahren besondere Herzensangelegenheit des Chors – für die Post-Pandemie-Zeit neu aufzustellen. Die Förderung umfasste einen von Maximilian Stössel geleiteten Tages-Workshop für eine Gruppe interessierter Chormitglieder des Vereins, aus deren Mitte heraus die erarbeiteten Ergebnisse für künftige Jugendprojekte zusammen mit dem Vorstand und dem Künstlerischen Leiter Christoph Siebert mitbetreut werden sollen.

Unser moderierter Tages-Workshop

Unser rund siebenstündiger moderierter Tages-Workshop »Zukunftswerkstatt« fand am Samstag, 26. Juni 2021 statt. Moderiert und geleitet wurde er von Maximilian Stössel, seines Zeichens Musikpädagoge, Chorleiter, Gesangslehrer, Sänger, Sprecher, Kulturmanager, Journalist und u.a. Mitglied im Bundesvorstand der Deutschen Chorjugend. Neben dem Künstlerischen Leiter des Bach-Vereins Köln, Christoph Siebert, nahmen insgesamt neun aktive Mitglieder aus Reihen des Bach-Vereins Köln an dem Workshop teil. Sie alle waren dem an den Chor gerichteten Aufruf des Bach-Vereins-Vorstands gefolgt, gemeinsam einen Tag intensiven Brainstormings und Gedankenaustauschs über einen möglichen Neustart künftiger Jugendarbeit des Bach-Vereins miteinander zu verbringen.

Vortrag von Maximilian Stössel

Eröffnet wurde der Workshop mit einem interessanten Beitrag von Maximilian Stössel, einem ausgewiesenen Fachmann (nicht nur) hinsichtlich analoger und digitaler Musikvermittlung und Chorpädagogik. Durch seine verschiedenen beruflichen Betätigungsfelder als Gesangslehrer, Sänger, Sprecher, Kulturmanager, Journalist und Musikpädagoge hat er es sich auf die Fahnen geschrieben, nicht nur selbst aktiv als Musiker tätig zu sein, sondern ebenso als Musikvermittler wie auch als Musikermöglicher zu fungieren.

Stössel gab in seinem Vortrag einen Einblick in theoretische Überlegungen aus Wissenschaft und Forschung und stellte praktische chorpädagogische Methoden im Bereich der »musikalischen Sozialarbeit« vor. Er legte u.a. dar, wie es gelingen kann, innerhalb eines Chors das Selbstvertrauen seiner einzelnen Mitglieder und des Chors in seiner Gesamtheit zu stärken bzw. Selbstwirksamkeitserwartungen mithilfe von aktivem Singen und Chorarbeit zu unterstützen. Dabei reicherte er seinen Vortrag mit zahlreichen Beispielen aus seiner eigenen aktuellen praktischen Umsetzung seiner »Sozialarbeit mit Musik« an.

Das Brainstorming

Nach diesem Vortrag ging es um die Frage, ob und wie es uns selbst als Chor gelingen kann, diese Denkanstöße, Erkenntnisse und Lösungsansätze aus Wissenschaft und vor allem Praxis für etwaige künftige Jugendprojekte des Bach-Vereins Köln nutzbar zu machen. Für ein solches erstes Brainstorming schlossen sich die Workshop-Teilnehmer:innen zu drei Kleingruppen zusammen, die ihre jeweiligen diesbezüglichen Visionen, Ideen und auch Ressourcen zunächst ungefiltert sammelten und auf Moderationskarten niederschrieben, bevor die beschriebenen Karten anschließend an ein Whiteboard geheftet und im Tutti vorgestellt wurden.

Nach diesen Gruppenpräsentationen wurde jede:r Teilnehmer:in dazu aufgerufen, eine individuelle Punkte-Bewertung für alle Brainstorming-Resultate vorzunehmen. Hierzu standen ihm/ihr verschiedenfarbige Klebepunkte zur Verfügung, wobei die vier verschiedenen Farben für unterschiedliche Kategorien standen.

Am Anfang der Kleingruppenarbeit stand ganz allgemein die Frage, welche Zielsetzung bei der Arbeit mit Jugendlichen von uns als Chor überhaupt zuvorderst verfolgt werden sollte bzw. welche Kriterien für die musikalische Jugendarbeit in unseren Augen besonders im Fokus stehen sollten. Hier wurde neben dem Kriterium des »Könnens« in erster Linie der Wunsch nach »sozialer Wirksamkeit« laut, ebenso wie das Bestreben nach Dauerhaftigkeit und Nachhaltigkeit. Natürlich stand dabei die Frage nach dem »Wie« im Mittelpunkt der Diskussion.

Es herrschte Einigkeit darüber, dass das Betreten bzw. die Weiterentwicklung alter Pfade zwar vermutlich am einfachsten realisierbar, aber am Ende doch am wenigsten visionär und kreativ sei.

Visionäre Ideen

Als wirklich visionär und innovativ wurden Ideen wie spezielle (Konzert-)Reihen für Kinder, der Aufbau einer eigenen Jugend-Chorakademie mit verschiedenen Leveln, die Einrichtung eines BVK-Feriencamps oder die Gründung eines Kinder- bzw. Jugendchors des Bach-Vereins Köln bewertet. Wenngleich hier einige Teilnehmer:innen anboten, zeitliche und fachliche Ressourcen einbringen zu können, war man sich sehr wohl der Schwierigkeit und des hohen Aufwands der Umsetzung bewusst. Die Idee, eigens eine halbe (bezahlte) Extrastelle für Kinder- und Jugendarbeit einzurichten, wäre zwar wünschenswert, aber doch zugleich sehr problembehaftet, weil hierzu die finanziellen Mittel fehlen. Der Vorschlag, Kindern und Jugendlichen Chorpat:innen aus Reihen des Bach-Vereins zur Seite zu stellen, schien hingegen besser realisierbar zu sein.

Realistische Nahziele

Als realistisches Nahziel wurde eine verstärkte Kontaktaufnahme mit Lehrer:innen bzw. die Vernetzung mit Schulen o. Ä. eingestuft. Als wichtiger Kooperationspartner für künftige Jugendprojekte des Bach-Vereins könnte – so weitere Überlegungen – auch das Netzwerk Kölner Chöre fungieren, ein Zusammenschluss der zwölf großen Konzertchöre in Köln, dem der Bach-Verein Köln bereits seit vielen Jahren angehört. 

Diese anvisierten Nahziele und ihre möglichen Umsetzungen, organisatorische Fragen bzw. Schritte sowie etwaige Aufgabenverteilungen sollen nun Gegenstand einer Nachfolgesitzung am 28./ 29. August sein. Auch der Künstlerische Leiter Christoph Siebert wird erneut mit von der Partie sein und bei dieser Gelegenheit u. a. von seinen Erfahrungen berichten, die er inzwischen im Rahmen mehrerer Hospitationen bei Proben mit Kinderchören sammeln konnte und weiterhin wird. Da er bislang noch nicht mit Kindern und Jugendlichen musikalisch gearbeitet hat, ist er hoch motiviert, sich auf diesem Gebiet weiterzubilden, wenn die Kosten, die durch professionelle Zusatzqualifikationen und Fortbildungen entstehen, aufgefangen werden können. Allein von daher wäre es im Sinne der Nachhaltigkeit der Jugendarbeit des Bach-Vereins Köln nicht nur überaus wünschenswert, sondern von geradezu essenzieller Bedeutung, dass weitere Fördermittel gewährt werden.

 

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Dieses von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien geförderte Programm zur Sicherung und Wiederbelebung der Amateurmusik in Deutschland ist Bestandteil des Sonderprogramms NEUSTART KULTUR.

 

 

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Jugendprojekt 2014: »Messe in h-Moll«

Jugendprojekt 2014: »Messe in h-Moll«

Im Vorfeld der Aufführung der Messe in h-Moll von Johann Sebastian Bach am 25. Mai 2014 in der Kölner Philharmonie veranstalteten Thomas Neuhoff und der Bach-Verein Köln ein begleitendes Jugendprojekt, welches sich in erster Linie an Musik-(Leistungs-)kurse und/oder Schulchöre richtete. Neben kostenlosen Karten für Musiklehrkräfte und Schüler:innen bot Thomas Neuhoff zusammen mit fünf Vokalsolist:innen des Bach-Vereins und renommierten Instrumentalsolist:innen zusätzlich eine Werkeinführung im Rahmen des Musikunterrichts/der Chorprobe an: Live-Musik, Analyse und Werkgeschichte!

So stellten beispielsweise die renommierte Violinistin Mary Utinger, die Oboistin Ina Stock und der Hornist Christian Binde die Funktions- und Spielweise ihrer Instrumente vor und brachten z.T. gemeinsam mit einem Solistenquintett des Bach-Vereins Köln live vorgetragene Klangbeispiele aus der h-Moll-Messe zu Gehör. Anschließend schrieben die Jugendlichen ihre (z.T. im Programmheft zur h-Moll-Messe abgedruckten) Eindrücke von dieser außergewöhnlichen Unterrichtsstunde nieder. Auch im Rahmen des Religionsunterrichts geäußerte persönliche Gedanken zum Thema »Credo in unum Deum – Was glauben wir eigentlich (noch)« wurden auszugsweise im Programmheft veröffentlicht.

Musikalisch orientierte Einführung im Musik-Grundkurs der Jahrgangsstufe 11: Neben Hintergrundinformationen rund um die Entstehungsgeschichte und einer Werkanalyse brachten Thomas Neuhoff sowie fünf Vokalsolist:innen im Rahmen des Musikunterrichts Ausschnitte aus der h-Moll-Messe live zu Gehör. Die renommierte Oboistin Ina Stock stellte darüber hinaus ihr Instrument vor und erklärte den Unterschied zwischen einer modernen und einer Barockoboe. Die Jugendlichen schrieben anschließend ihre (z.T. im Programmheft zur h-Moll-Messe veröffentlichten) Eindrücke von dieser außergewöhnlichen Unterrichtsstunde nieder.

Mit dieser vom Netzwerk Kölner Chöre und der RheinEnergieStiftung Kultur unterstützten Aktion machten Thomas Neuhoff und sein Team u.a. auf das Schüler-Abo »6x6 = 36« des Netzwerks Kölner Chöre aufmerksam, das Schülern und Studenten bis 25 Jahren in der Saison 2014/15 erstmals ermöglichte, das sechs Konzerte umfassende Abo der »Kölner Chorkonzerte« zum Sonderpreis von insgesamt nur 36 Euro zu besuchen.

Mitwirkende

Christian Binde, Horn
Ina Stock, Oboe
Mary Utinger, Violine
Vokalsolist:innen des Bach-Vereins Köln
Thomas Neuhoff, Klavier und Gesamtleitung

Beteiligte Schulen

  • Bertha-von-Suttner-Gymnasium Andernach (GK Religion, Jahrgangsstufe 12)
  • Collegium Musicum der Universität zu Köln
  • Humboldt-Gymnasium Köln (LK Musik, Jahrgangsstufe 12)
  • Rhein-Gymnasium Sinzig (GK Musik, Jahrgangsstufe 12)

Möglichkeiten der Beteiligung

  • Besuch des Konzerts mit J.S. Bachs Messe in h-Moll BWV 232 am 25. Mai 2014 in der Kölner Philharmonie zu stark vergünstigten Preisen
  • Werkeinführung im Rahmen des Musikunterrichts durch Thomas Neuhoff mit live von Vokal- und Instrumentalist:innen vorgetragenen Musikbeispielen aus der h-Moll-Messe
  • ergänzend dazu im Fach Religion: Persönliche Gedanken zum Thema »Credo in unum Deum – Was glauben wir eigentlich (noch)?«
  • Veröffentlichung von Schülerbeiträgen im Programmheft zum Konzert

Aufführung

  • 25. Mai 2014, Kölner Philharmonie: J.S. Bach: Messe in h-Moll BWV 232

Förderung

Das Projekt wurde von der RheinEnergieStiftung Kultur gefördert.

Jugendprojekt 2007: »Noah und die Flut«

Jugendprojekt 2007: »Noah und die Flut«

Im Jahr 2007 kam es aufgrund des großen Erfolgs des ersten Projekts zu einer weiteren Zusammenarbeit mit Schulen und entsprechenden weiteren Vorstellungen der Kinderoper »Noah und die Flut« von Benjamin Britten, dem Jugendprojekt des Bach-Vereins Köln von 2006.

Mitwirkende

Erik Sohn, Bariton (Noah)
Ilse Hirschner, Mezzosopran (Noahs Frau)
Ludwig Egener, Sprecher (Stimme Gottes)
Solist:innen des Kinderchores der Lukaskirche Bonn (Noahs Kinder)
Kinderchöre der Carl Stamitz Musikschule Köln-Porz, der Europaschule Kerpen, der Carl-Orff-Schule Hürth und der Wendelinus-Grundschule Bornheim-Sechtem
Kammerchor des Bach-Vereins Köln
Instrumentalensembles der Rheinischen Musikschule Köln
Kammerorchester des Bach-Vereins Köln
Heike Heinen (Regie)
Thomas Neuhoff (Dirigent)

Möglichkeiten der Beteiligung

  • Passiv: Besuch einer Vorstellung der kompletten Produktion
  • halb-aktiv: durch Vorbereitung einfacher Lieder zum Mitsingen während der Aufführung
  • aktiv musikalisch (1): durch Gestaltung der Tier-Rollen (einfache Gesangspartie, einstimmig)
  • aktiv musikalisch (2): für Musikschulen durch Übernahme einzelner Instrumental- / Chorpartien
  • ergänzend dazu im Fach Kunsterziehung: Möglichkeit handwerklicher Mitarbeit an Bühnenbild / Kostümen / Masken

Aufführungen

  • 28. April 2007: Lutherkirche / Südstadt Köln (zwei Aufführungen)

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Pressestimmen

».... Beim Schlussgesang geben die jungen Künstler noch einmal alles. Das Halleluja schallt durch die Lutherkirche, Zebra, Löwe, Pferd, Hund und Federvieh sind gerettet – die Arche Noah hat die Flut überstanden, und Mensch und Tier haben endlich wieder festen Boden unter den Füßen. Bereits zum zehnten Mal hatte der Bach-Verein Köln zur Aufführung der Kinderoper ›Noah und die Flut‹ eingeladen. Doch von gelangweilter Routine war nichts zu spüren. Das ist nicht verwunderlich, denn auch diesmal standen einige der beteiligten Kinder zum allerersten Mal auf einer Bühne ...« (Kölnische Rundschau, 3. Mai 2007)

Jugendprojekt 2008: »Brundibár«

Jugendprojekt 2008: »Brundibár«

Die Kinderoper »Brundibár« von Hans Krása (1943, Theresienstadt) erzählt die Geschichte vom letztlich erfolgreichen Kampf vieler kleiner, vermeintlich chancenloser Kinder gegen das Böse, verkörpert durch den Leierkastenmann Brundibár.

Die Geschwister Aninka und Pepíček sind in Sorge um ihre schwer kranke Mutter. Für frische Milch – das benötigte Heilmittel – reicht das Geld nicht. Auf dem Markt entdecken die Halbwaisen den Leierkastenmann Brundibár, der die Erwachsenen mit seiner Musik in den Bann zieht und mit vielen Münzen belohnt wird. Die Kinder versuchen nun ihrerseits, mit Singen das ihnen fehlende Geld zu verdienen. Aber niemand bemerkt sie, da ihre Stimmen zu schwach sind. Entmutigt gehen sie nach Hause.
In der Nacht kommen ein Hund, eine Katze und ein Spatz zu den traurigen Kindern und versprechen ihnen Hilfe. Ihr Plan: Wenn viele Kinderstimmen gegen Brundibár antreten, könnten sie etwas gegen ihn ausrichten. So trommeln sie alle Kinder aus der Nachbarschaft zusammen und üben Singen. Und tatsächlich: Am nächsten Tag will niemand mehr Brundibár hören, alle Leute kommen und lauschen ihrem Gesang. Als Aninka und Pepíček das Geld für die Milch endlich zusammen haben, schleicht sich Brundibár heran und stiehlt das Verdiente. Alle Tiere und Kinder verfolgen den Dieb und können Brundibár schließlich gemeinsam besiegen.

Hans Krása komponierte seine Kinderoper »Brundibár« 1938 und schrieb sie nach seiner Deportation in das KZ Theresienstadt erneut nieder, weil er die Partitur nicht hatte mitnehmen können. In Theresienstadt wurde die Kinderoper über 50-mal aufgeführt. Die Sänger:innen und Schauspieler:innen waren jüdische Kinder, von denen bald darauf die meisten, wie auch Hans Krása, in Auschwitz ermordet wurden.
Unter schwierigsten Umständen wurden einfache Bühnenbilder und Kostüme geschaffen. Die fröhlichen Melodien der kleinen Oper »Brundibár« begeisterten gleichermaßen Ausführende wie Zuhörer:innen und ließen eine Zeit lang die Schrecken des Lagerlebens vergessen. Die Solidarität der Schwachen gegen einen despotischen Charakter steht im Mittelpunkt der Oper. Ein echtes »Mutmachstück«.

Dieses Stück bot eine ideale Möglichkeit, Kinder durch das Medium Musik u.a. an Fragen der Zeitgeschichte heranzuführen. Jungen und Mädchen im Alter von 7 bis 15 Jahren spielten die Hauptrollen in dieser außergewöhnlichen Oper, ältere Schüler:innen führten in einer Rahmenhandlung in das Werk ein, indem sie aus Zeitzeugnissen lasen. Bei dieser Produktion gab es verschiedene Beteiligungsmöglichkeiten mit unterschiedlichem zeitlichen Aufwand. Angestrebt war eine übergreifende Zusammenarbeit der Fächer Geschichte, Musik, Ethik, Religion und Kunst. Das Stück wurde mit einem erprobten Regisseur erarbeitet und von Thomas Neuhoff, dem Künstlerischen Leiter des Bach-Vereins Köln, musikalisch einstudiert.

Mitwirkende

Solist:innen des Kinderchors der Evangelischen Lukaskirche Bonn
Schüler:innen der Europaschule Kerpen, der Gemeinschaftsgrundschule Soldiner Straße und der Kölner Domsingschule
Kammerorchester des Bach-Vereins Köln
Thomas Neuhoff, Gesamtleitung

Möglichkeiten der Beteiligung

  • Solo-Rollen mit Gesang
    Anspruchsvolle Rollen, die geübte Sänger:innen erforderten: Brundibár, Aninka und Pepíček, Milchmann, Tiere, Polizist.
  • Solo-Sprechrollen
    Wichtige Sprechrollen, die jedoch keine solistischen Gesangspartien enthielten: Zeitungsverkäufer, Eismann, Bäcker; außerdem stumme, aber schauspielerisch anspruchsvollere und umfangreichere Rollen.
  • Chorpartie
    Reine Beteiligung im Kinderchor – hier konnte jede:r mitsingen. Eine ideale Aufgabe für diejenigen, die Spaß am Singen hatten
  • Instrumentalpartien
    Schwierige solistische Instrumentalpartien, die hoch entwickelte junge Musiker:innen erforderten
  • Leserollen
    Ältere Schüler:innen lasen in der Rahmenhandlung aus Dokumenten der Internierten von Theresienstadt oder Berichten über die dortigen Lebensverhältnisse.
  • Herstellung von Bühnenbild und Requisiten, Kostümentwurf
    Herstellung des – analog zu den Verhältnissen in Theresienstadt – einfachen Bühnenbilds und der einfachen Kostüme im Rahmen des Kunstunterrichts.

Aufführungen

  • 17. April 2008: Aula der Kölner Domsingschule (Klavierfassung)
  • 23. April 2008: Aula der Europaschule Kerben (zwei Aufführungen: Klavier- und Orchesterfassung)
  • 25. April 2008: Aula der Gemeinschaftsgrundschule Soldiner Straße, Köln-Lindweiler (Klavierfassung)
  • 1. Mai 2008: Kindertag in der Kölner Philharmonie (Orchesterfassung)

jugendprojekt2008

Pressestimmen

»... Riesenbeifall für die kleinen Sänger, Tänzer und Darsteller der Gemeinschaftsgrundschule Soldiner Straße. Zwei Mal haben sie Hans Krasas Kinderoper Brundibár gespielt, zwei Mal war die Aula voll besetzt. Die Arbeit hat sich gelohnt. Ein halbes Jahr lang hatte Musiklehrer Reinhold Ide mit dem Schulchor die kindgerechte, aber dabei anspruchsvolle Musik des Prager Komponisten eingeübt. Hinzu kamen Bühnenproben mit Thomas Neuhoff, dem Leiter des Kölner Bach-Vereins, der schon länger auch musikpädagogische Projekte anbietet. Neuhoff hat Krasas Orchesterbegleitung für Klavier arrangiert. Jetzt leitete er die herzerfrischende Aufführung als Regisseur, Souffleur und Klavierbegleiter.« (Kölner Stadt-Anzeiger, 1./2. Mai 2008)

»... Die historischen Fakten stimmen nachdenklich. Schülerinnen der 10. Klassen berichten etwa über den Alltag der Kinder im Konzentrationslager Theresienstadt. Schülerin Eva Vosen singt: ›Und der Regen rinnt‹ – bewegende Worte, die aus der Feder von Ilse Weber stammen, einer Autorin, die ebenfalls nach Theresienstadt deportiert wurde. Da muss erstmal ordentlich durchgeatmet werden. Und den rund 400 Besuchern in der Aula des Europagymnasiums wird klar, dass die folgende Aufführung der Kinderoper ›Brundibár‹, so bunt und fröhlich sie auch daherkommen mag, trotzdem noch ein Zeugnis der unmenschlichen Verbrechen der Nazi-Diktatur ist. Rund 70 Kinder kommen auf die Bühne ... und erzählen singend und tanzend die Geschichte rund um die Geschwister Aninka und Pepicek.« (Kölner Stadt-Anzeiger, 29. April 2008)

»... Der begeisterte Applaus, den die jungen Künstler nach der Oper zu Recht ernteten, hätten auch die älteren verdient gehabt. Wie junge Menschen sich diesem ernsten Kapitel der Geschichte näherten, berührte das Publikum jedoch merklich. Daher darf der verhaltene Applaus als Beweis dafür gelten, dass die Kerpener Gymnasiasten mit ihrer Aufführung den richtigen Ton getroffen haben.« (Kölnische Rundschau, 28. April 2008)

Jugendprojekt 2009: »Kinder unserer Zeit«

Jugendprojekt 2009: »Kinder unserer Zeit«

Zwei Oratorien, die unter dem Eindruck des Dritten Reichs und des Zweiten Weltkrieges entstanden sind, standen am 14. Juni 2009 auf dem Programm eines gemeinsamen Konzertes des Bach-Vereins Köln und dem Philharmonischen Chor der Stadt Bonn: Michael Tippetts »A Child of Our Time« sowie Frank Martins »In Terra Pax« in der Kölner Philharmonie. Dirigent Thomas Neuhoff nahm dieses Konzert zum Anlass, erneut ein groß angelegtes Jugendprojekt in Bonn und Köln ins Leben zu rufen.

Von Februar bis Mai 2009 beschäftigten sich Schüler:innen aus Bonner und Kölner Schulen mit der Frage, was es für sie bedeutet, hier und heute Kinder unserer Zeit zu sein. Im Deutschunterricht wurden sie ermutigt, ihre Alltagserfahrungen in Texte zu fassen; Ausgrenzung, Gewalt in Familie und Schule, Armut, Rassismus, Religion und Toleranz konnten dabei Themen sein. Im Kunstunterricht und in Theater-AGs konnten die Themen körperlich und sinnlich erfahrbar umgesetzt werden, im Geschichtsunterricht – in der Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit – erlangten die Kinder und Jugendlichen historisches Bewusstsein nicht nur kognitiv, sondern durch die Verknüpfung mit eigenem Erleben auch emotional. Im Musikunterricht schließlich vertonten die Schüler:innen die entstandenen Texte, angeregt und beraten von Thomas Neuhoff und dem Komponisten David Graham. Beteiligt waren neben dem Lehrpersonal die Theaterpädagogin Kerstin Baldauf sowie professionelle Musiker.

Mitwirkende

Kerstin Baldauf, Theaterpädagogin
David Paul Graham, Komponist
Rabih Lahoud, Gesang
Ansu Yeboah, afrikanische Trommeln
Schüler:innen der Gemeinschaftshauptschule Wachtberg, der Hauptschule am Römerkastell Bonn, der Bertolt-Brecht-Gesamtschule Bonn, der Gemeinschaftsgrundschule Soldiner Straße, der Europaschule Kerpen und des Konrad-Adenauer-Gymnasiums Bonn
Thomas Neuhoff, Gesamtleitung

Rahmenprogramm

  • 14. Mai 2009: Aula des Konrad-Adenauer-Gymnasiums Bonn-Bad Godesberg
    Abschlusspräsentation der Schulen aus dem Raum Bonn
  • 19. Mai 2009: Aula des Gymnasiums der Stadt Kerpen - Europaschule
    Abschlusspräsentation der Schulen aus dem Raum Köln
  • 21. Mai 2009 (Christi Himmelfahrt): Kölner Philharmonie
    Präsentation ausgewählter Projekte beim Kindertag in der Kölner Philharmonie
  • 23. Mai 2009: NS-Dokumentationszentrum (El-De-Haus) Köln
    Führung: Der deutsch-türkische Schriftsteller Doğhan Akhanli führt durch das Kölner NS-Dokumentationszentrum.
  • 25. Mai 2009: Synagoge, Tempelstr. 2-4, Bonn
    »Antisemitismus – ein Thema auch für Jugendliche!«
    Workshop für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahre mit Astrid Mehmel (Gedenkstätte Bonn) und Dr. Margret Traub (Synagogengemeinde Bonn): Über Einstellungen Bonner Schülerinnen und Schüler zu Juden und zum Antisemitismus, um historische Zusammenhänge und stereotype Vorurteile.
  • 26. Mai 2009: Ev. Lukaskirche Bonn
    Öffentliche Probe mit Werkeinführung zu Michael Tippetts Oratorium »A Child of Our Time«
    Philharmonischer Chor der Stadt Bonn; Thomas Neuhoff, Dirigent
    Im Anschluss daran Filmvorführung: »Das kurze mutige Leben des Herschel Grünspan« (arte 2007)
  • 3. Juni 2009: Kino in der Brotfabrik
    »Ein Kind unserer Zeit« (»Un fils de notre temps«)
    Film des französischen Filmemachers Fabrice Cazeneuve nach dem gleichnamigen Roman von Ödön von Horvath. Michael Tippett entlehnte den Titel des Romans für sein Oratorium »A Child of Our Time«. (Frankreich 2002, 90 Min., DF)
  • 7. Juni 2009: Ev. Lukaskirche Bonn
    Themengottesdienst »In Terra Pax« mit Musik von Frank Martin
    Pfarrer Michael Schäfer und Siegfried Virgils; Michael Adair, Bariton; Philharmonischer Chor der Stadt Bonn; Thomas Neuhoff, Leitung
  • 7. Juni 2009: Arkadas Theater Köln
    Lesung mit Musik: Doğan Akhanli liest aus seinem Roman »Die Richter des jüngsten Gerichts«
    Doghan Akhanli und Kerstin Baldauf, Rezitation; Instrumental- und Vokalensemble des Bach-Vereins Köln; Matthias Höhn, Duduk und Sas; Michael Adair, Bariton; Thomas Neuhoff, Leitung
  • 10. Juni 2009: Trinitatiskirche Köln
    Einführungsveranstaltung zum Konzert am 14.06.: »The darkness declares the glory of light« – Musik unter dem Eindruck des Zweiten Weltkrieges
    Mitglieder des Bach-Vereins Köln und des Philharmonischen Chores Bonn; Michael Adair, Bariton; Dr. Martin Bock, Theologe; Thomas Neuhoff, Leitung
  • 14. Juni 2009: Kölner Philharmonie
    Konzert mit Michael Tippett: »A Child of Our Time« und Frank Martin: »In Terra Pax«
    Indra Thomas, Gerhild Romberger, Luca Martin, Thomas Laske, Klaus Mertens; Chor des Bach-Vereins Köln; Philharmonischer Chor Bonn; Gürzenich-Orchester Köln; Thomas Neuhoff, Leitung
  • 17. Juni 2009: Kino in der Brotfabrik Bonn-Beuel
    »Autistic Disco« (Deutschland 2007, 85 Min.), Regie: Hans Steinbichler
  • 21. Juni 2009: Filmforum NRW (im Museum Ludwig)
    »Ein Kind unserer Zeit« (»Un fils de notre temps«)

Förderung durch Liz Mohn Kultur- und Musikstiftung

Mit ihrer Ideeninitiative »Integration durch Musik« fördert die Liz Mohn Kultur- und Musikstiftung das Miteinander von Kindern und Jugendlichen unterschiedlicher Nationalitäten und kultureller Herkunft. Deutschlandweit hatte sie 2009 Vereine, Verbände, Stiftungen und individuelle Initiatoren mit gemeinnütziger Zielsetzung eingeladen, musisch orientierte Projekte für eine erfolgreiche Integration junger Menschen zu entwickeln. 91 Bewerbungen gingen bei der Ideeninitiative ein. Die 14 besten wurden von der Liz Mohn Kultur- und Musikstiftung finanziell unterstützt, darunter auch der Bach-Verein Köln und der Philharmonische Chor der Stadt Bonn mit ihrem gemeinsamen Schülerprojekt »Kinder unserer Zeit«.

Pressestimmen

»Dem Künstlerischen Leiter beider Chöre, Thomas Neuhoff, liegt die musikalische Nachwuchsarbeit am Herzen. Er will Kinder und Jugendliche nicht nur mit Musik auch des 20. Jahrhunderts vertraut machen, sondern sie ermutigen, selbst aktiv zu werden ... Das aktuelle Projekt zeichnet sich in zweierlei Hinsicht aus: Zum einen führt es die Schülerinnen und Schüler über die Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit an Themen wie Ausgrenzung, Gewalt, Armut, Rassismus, Religion und Toleranz heran. Zum anderen werden die Kinder und Jugendlichen angeleitet, ihre eigenen Erfahrungen und Emotionen zu diesen Themen mit musikalischen, künstlerischen, poetischen und theatralischen Mitteln auszudrücken – als ›Kinder unserer Zeit‹« (Bonner Rundschau, 21. April 2009)

»In diesen Schülern steckt Musik. Einige scheinen selbst überrascht, dass sie Komponist sein können, Pianistin oder Rapper. Andere, wie die Bläserklasse der Bertolt-Brecht-Gesamtschule, überraschen ihren Lehrer. Beim Projekt ›Kinder unserer Zeit‹ zeigen Schüler aus sechs Schulen in Bonn, Wachtberg und Köln zurzeit, was in ihnen steckt. Sie schlagen damit eine Brücke zu zwei Oratorien, die unter dem Eindruck des Dritten Reichs und dem Zweiten Weltkrieg entstanden sind: Michael Tippetts ›A Child of Our Time‹ und Frank Martins ›In Terra Pax‹ . Dirigent Thomas Neuhoff will nicht nur Jugendliche an diese Musik heranführen, die er mit dem Philharmonischen Chor der Stadt Bonn und dem Bach-Verein Köln aufführt. Er fragte sich auch, wie Kinder unserer Zeit die Welt sehen. Rosig ist sie für die Siebtklässler der Hauptschule am Römerkastell nicht, ihre Traumzimmer haben sie aus Abfall gebastelt. Doch in den vergangenen Wochen sind ungewöhnliche Talente zum Vorschein gekommen. Thomas Neuhoff und Komponist David Graham zeigen den Schülern, wie sie sich mit Musik ausdrücken können. ›Wärst du hier, dann wärst du stolz auf mich‹, rappt Baris, das Rhythmus-Talent der Gruppe. Und das wären alle Mamas, an die diese Zeilen gerichtet sind, sicherlich ...‹« (General-Anzeiger Bonn, 6. Mai 2009)

»Eine ebenso großartige Eigenleistung bewies die Bläserklasse 5 der Bertolt-Brecht-Gesamtschule. Mit ihren Instrumenten, die sie seit Beginn des Schuljahres lernen, vertonten die Schüler selbst verfasste Gedichte, in denen sie schöne und schlimme Erlebnisse einer ganz normalen Woche verarbeitet hatten. Dass man Gefühle auch nur instrumentell ausdrücken kann, zeigte die 7. Klasse der Hauptschule Am Römerkastell. Mit ihrem Stück – ›Wir‹ betitelt – stellte sie das tägliche Auf und Ab mit einer Mischung aus harten und weichen Klängen dar. Auf ganz andere Weise hatte sich der Kunst-Grundkurs der zwölften Jahrgangsstufe des Adenauer-Gymnasiums mit dem Thema auseinander gesetzt. Die Schüler präsentierten an diesem Abend vier Skulpturen, in denen sie Gewalt, zerrüttete Familienverhältnisse, Unterdrückung und den Wandel der Geschlechterrollen zeigen. Thomas Neuhoff wünscht sich, dass die Schüler erkennen, dass sie selbst in der Lage sind, Musik zu machen. ›Das ist viel kreativer, als sich beschallen zu lassen.‹« (General-Anzeiger Bonn, 16. / 17. Mai 2009)